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12.11.2019
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27.10.2019 20:00 Uhr

Kirchenkonzert 2019

Von: Jakob Hindelang

Am Sonntag, den 27.10.2019 glänzte das frisch renovierte Welfenmünster in Steingaden, welches am Wochenende zuvor feierlich wiedereröffnet wurde, nicht nur optisch, sondern auch klanglich. Grund hierfür war das Kirchenkonzert des Musikvereins Steingaden, das als erste Veranstaltung einer ganzen Reihe in der teilweise neu gestalteten Kirche stattfand. An die 400 Besucher, die der Einladung der Pfarrei und des Musikvereins gefolgt waren, konnte Vorstand Andreas Strauß im Steingadener Münster begrüßen. Unter ihnen auch der irdische Hausherr und ortsgeistliche Pater Petrus Adrian Lerchenmüller. Dirigentin Melanie Möst eröffnete das Konzert mit dem Stück „A Choral for a solemn Occasion“ von Marc von Delft, das sich aus einem ruhigen Choral immer wieder zu einem imposanten Werk mit majestätischen Klängen und viel Tam Tam entwickelte. Weitaus weniger pompös war das Stück „Il Signore e con te“ von Kees Vlak, das mit seinen ruhigen Klängen die Zuschauer einlud ihre Blicke durch das frisch renovierte Welfenmünster schweifen zu lassen, und dabei die nun optimal ausgeleuchteten Details der Deckenfresken zu betrachten und auf sich wirken zu lassen. Anschließend richtet Pater Petrus Adrian seine Grußwort and die Zuschauer und Musiker und bracht darin seine Freud darüber zum Ausdruck, dass mit dem Kirchenkonzert des Musikvereins eine örtliche Gruppe diesen in neuem Glanz erstrahlende Mittelpunkt der Kirchengemeinde zum Klingen brachte. Zudem bedankte er sich für die stets ausgezeichnete Zusammenarbeit zwischen Musikverein und Kirche, besonders mit Dirigentin Melanie Möst und Vorstand Andreas Strauß über das gesamte Kirchenjahr hinweg. Auch für die finanzielle Unterstützung der Renovierung des Münsters durch den Erlös des Kirchenkonzerts und die dadurch zum Ausdruck gebrachte Verbundenheit bedankte sich Petrus Adrian herzlich. Gleichzeitig leitet er zu den nächsten beiden Stücken, dem ersten und zweiten Satz aus dem Divertimento von Joseph Hayden, über, die von einem klassischen Quintett vorgetragen wurden. Besonders wies Pater Petrus dabei auf den zweiten Satz „St. Antoni Choral“ hin, der bereits bei zahlreichen kirchlichen Anlässen vom Musikverein gespielt wurde und mit dem er besondere Erinnerungen an den Ulrichsritt verbinde. Bereits hier konnte der Musikverein unter Beweis stellen, dass er über eine ganze Reihe hervorragende Musiker verfügt. Anna Bair an der Querflöte, Lukas Eicher an der Klarinette, Laura Breidenbach am Fagott, Franziska Eicher am Waldhorn und Oboistin Veronika Breidenbach boten einfühlsam Kammermusik auf hohem Niveau dar und lieferten so einen wertvollen und abwechslungsreichen Beitrag zum Konzert. Anna Bair beschrieb anschießend den thematischen Inhalt des Stücks „Benedictus“ von Karl Jenkins, einem Solo für Tenorhorn, das Teil einer Friedens Messe aus dessen Feder und dort in Anlehnung an das Benedictus der lateinischen Liturgie gesetzt ist. Solist Christoph Weiß schien gar engelsgleich auf dem ruhigen und sanften Klang seines Tenorhorns durch das Welfenmünster zu gleiten und funkelte dabei mit den frische polierten Goldverzierungen um die Wette. Den im Herbst über die Gipfelbrausende Winde hatte Martin Scharnagel im nächsten Stück „Mountain Wind“ vertont und so nahm der Musikverein die Zuhörer mit über die windigen Berggipfel der Alpen. Zu den bekanntesten klassischen Musikstücken des 20. Jahrhundert zählt das „Concierto de Aranjuez“ von Joaquin Rodrigo, eigentlich einem Solokonzert für Gitarre und Orchester. Den zweiten Satz draus, das „Adagio“, hatte Dirigentin Melanie Möst für das Kirchenkonzert ausgewählt und die Gitarre mit einem Kornet besetzt, das von Flügelhornist Georg Müller gespielt wurde. Der technisch anspruchsvolle Solopart verlangte dem Solisten einiges an Können ab, das dieser unter Beweis stellte. In seinem Song „Leningrad“ thematisierte Billy Joel die Geschichte des Russischen Clown Victor Razinov, der seine Vater im zweiten Weltkrieg in Leningrad verloren hatte, sich der russischen Armee anschloss und versuchte dort seine Problem mit Alkohol zu bekämpfen und schließlich als Clown seine Schmerzen überwand und Kindern Freude schenkte. Der Musikverein spielte diesen Song nun in einer Version für Blasorchester als vorletztes Stück des Konzertabends. Als letztes Stück hatte die Dirigentin ein weiteres Solostück ausgesucht – dieses Mal allerding für Gesang. Das Lied „Gabiella’s Sång“ von Stefan Nilsson aus dem Film „Wie im Himmel“, gesungen von Laura Breidenbach bildete den krönenden Abschluss des Abends. Nach einer kurzen Pause, in der das Lied ausklang, brandete kräftiger Applaus auf, der sich binnen weniger Sekunden zu Standing Ovations der gesamten Zuhörerschaft aufbaute. Dieser Applaus am Ende des Konzerts war der Lohn für das stimmungsvolle und sehr gelungene knapp einstündige Programm mit zahlreichen Höhepunkten. Nach dem sich der lang anhaltende Applaus wieder gelegt hatte, bedankte sich Vorstand Strauß bei den Besuchern für ihr zahlreiches Erscheinen und wünscht einen guten Nachhauseweg. Schließlich setzte Dirigentin Melanie Möst noch ein letztes Mal zum Dirigat an und gab dem Publikum mit „Viva la Vida“ von Cold Play einen Ohrwurm als Zugabe mit auf den Nachhauseweg. Nach erneutem Applaus leerte sich die Kirche schließlich. Nachdem sämtliche Stühle und Instrumente wieder verräumt waren, konnte die Musiker ihren Erfolg beim Gasthof Post mit einem wohlverdienten Bier feiern.