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31.03.2020
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12.06.2013 20:12 Uhr

24.05.-26.05.2013 Ausflug nach Schabs/Südtirol

Von: Fritz Schütz

Zunächst etwas Geschichtliches zur Einstimmung und zum besseren Verständnis.

April 1809: Bayern hat mit Unterstützung von Napoleon Tirol besetzt. Der Passeier Gastwirt Andreas Hofer gibt das Signal zum Aufstand. Unter den Aufständischen befindet sich auch Peter Johann Kemenater, ein Gastwirtssohn aus Schabs, der als Draufgänger gilt und eine Schützenkompanie gegen die Bayern anführt. An der Ladritscher Brücke über dem Eisack –nahe der heutigen Franzensfeste – entbrennt am 10.4.1809 ein erbitterter Kampf. Die Bayern ziehen sich zurück und hinterlassen die Fahne, die in den Besitz der Schützenkompanie Peter Kemenater übergeht. Erst nach einem guten halben Jahr sind die Tiroler dann endgültig besiegt, aber die Fahne bleibt im Besitz der Südtiroler. Jetzt – 200 Jahre danach – geben die Südtiroler diese Fahne  im Rahmen eines großen Schützenfestes  „Tirol trifft Bayern“ wieder an Bayern zurück. Einst Feinde – heute Freunde !  Dies ist für uns der Anlass, der freundlichen Einladung unserer Südtiroler Freunde zu folgen.

Schon seit Wochen liefen die Vorbereitungen auf unseren Ausflug nach Schabs im schönen Südtirol. Aber nicht nur ein freundschaftliches Treffen mit unseren lieben Musikfreunden war angesagt, sondern außerdem noch ein hochoffizieller Auftrag des Freistaates Bayern. Beim großen Schützenfest mit Fahnenrückgabe durften wir als musikalische Vertretung Bayerns agieren.

Einst Feinde – heute Freunde,  unter dem Zeichen „Tirol trifft Bayern“ wurde ein großes Schützenfest in der Festung Franzenfeste veranstaltet, bei dem wir in das Programm miteingebunden waren.

Am Freitag gegen 11 Uhr startete unser Bus mit 48 Musikerinnen und Musikern nach einem Weißwurstfrühstück im Cafe Preisinger. Der hl. Petrus stand dieses mal auf Kriegsfuß mit uns. Bei 4 °C und Schneeregen ging es dann über Garmisch – Mittenwald nach Innsbruck, wo eine Stadtführung und das Mittagessen unsere Reise gegen Süden unterbrachen. Das Wetter war dort auch nicht viel besser und selbst über dem Brenner war alles grau in grau bzw. „schneeweiß“

Um 17.oo Uhr erreichten wir unser Ziel. Am Hotel am Brunnen in Schabs begrüßten uns unsere Musikfreunde mit einem „Schnapserl,“ bevor wir unser Quartier im Köstlerhof in Natz bezogen.

Am Abend war dann um 19.00 Uhr ein Abendessen und eine gemeinsame Musikprobe mit der Musikkapelle Schabs eingeplant, bei der die Stücke für die hl. Messe, die von uns gemeinsam umrahmt werden sollte, einstudiert wurden. Anschließend fuhren wir zur Franzensfeste, wo Festzeltbetrieb mit den „Isartaler Hexen“ angesagt war. Gegen 24 Uhr fuhr unser Bus mit den „Normalheimkehrern“ zurück, für die „Spätheimkehrer“ war die Rückkehrmöglichkeit um 1.00 Uhr und um 2.30 Uhr mit dem Shuttledienst gegeben. Günstig war, dass wir die Pension „Köstlerhof“ für uns alleine hatten. Selbst die Wirtsleut waren nachts nicht im Haus und so störte es nicht groß, dass gegen 4.00 Uhr früh noch „Ritterkämpfe“ mit etwas angehobenem Geräuschpegel an der Haustüre stattfanden. Trotz der gut organisierten Zimmereinteilung fanden einige nicht das für sie vorgesehene „Schlafnest“  - alle bekamen aber Unterschlupf…

Am Samstag, den 25.05.13 war nach dem Frühstück ein Ausflug zum Alpendorf Fane Alm geplant, der aber aufgrund der Neuschneelage in den Bergen ins Wasser fallen musste. Ersatzweise fuhren wir dann nach Brixen zu einem Stadtbummel mit Frühschoppen und Mittagessen.

Um 14.oo Uhr wäre in der Franzensfeste eine Inszenierung des Kampfes um die Ladritscher Brücke 1809 geplant gewesen, die wir leider nicht mehr miterleben konnten, weil die Straßen zur Festung wegen der Radrundfahrt „Giro d’Italia“ gesperrt waren. So fuhren wir auf Umwegen zu unserem Quartier und trafen dann gegen 15 Uhr in der Franzensfeste ein, um sofort in das Programm einzusteigen. Mit einem Konzert und Unterhaltungsmusik konnten wir das zahlreiche Publikum im Festzelt in Stimmung bringen, bevor Radio-Tirol ab 17.00 Uhr mit einem großen „Musikfestival“ mit 6 bekannten Musikgruppen das weitere Programm übernahm. Am Abend war alles gespannt auf das Endspiel der Champions League Borussia Dortmund : FC Bayern München. Drei Möglichkeiten der Fernsehübertragung waren für uns gegeben. In der Festung war eine Großleinwand im Freien aufgebaut, im Dorfgemeinschafts-haus in Natz fand ebenfalls „Public.Viewing“ statt und im Köstlerhof hatte der Wirt auch einen Fernseher aufgestellt.

Nach dem 2:1 Sieg der Bayern gab es anschließend noch Diskussionsbedarf und eine kleine Siegesfeier.

Am Sonntag, den 26.5.13 war unser Haupteinssatz als musikalische Vertretung des Freistaates Bayern. Bereits um 8.15 Uhr verließen wir mit gepackten Koffern den Köstlerhof und fuhren bei Sonneschein aber kühler Luft nach Aicha im Köstental, wo der landesübliche Empfang und die hl.Messe stattfand. Zu unserer Überraschung versammelten sich tausende von Gebirgsschützen aus weiten Teilen Südtirols und Bayerns, die mit ihren Fahnen und ihrem schmucken Trachten ein bewundernswertes Bild abgaben. Die Hl. Messe wurde gemeinsam von den Musikkapellen Schabs und Steingaden feierlich umrahmt. Für die militärischen Effekte sorgten die Schützenkompanien mit ihren Salutkarabinern. Hoher politischer Besuch hatte sich zum Festakt eingefunden und nahm am Festgottesdienst teil.

Anschließend bewegte sich der große Festzug von Aicha etwa 2 Kilometer weit zur Festung Franzensfeste. Der bayerische Staatsminister Marcel Huber hielt die Festrede, die von Grußworten des Landeshauptmanns Dr. Luis Durnwalder für Tirol, von Landeskomman-danten „Tiroler Schützen“ Paolo Dalpra und vom Landeshauptmann Karl Steininger umrahmt war. Dann kam der große Moment der Fahnenrückgabe an Bayern unter den feierlichen Klängen der Tiroler Landeshymne (MK Schabs) und der Bayernhymne (MK Steingaden). Mit einigen gemeinsamen Märschen beider Musikkapellen nahm der offizielle Festakt sein Ende.

Nach dem Mittagsessen und einer wohlverdienten Rast – unterhalten von dem vielseitigen Nachmittagsprogramm – traten wir gegen 16.oo Uhr den Heimweg an.

Alles in allem ein sehr schöner, harmonischer Ausflug.